Milliardär Al-Walid ibn Talal Al Saud |
Korrekter Titel|al-Walid ibn Talal Al Saud Prinz '''al-Walid ibn Talal Al Saud''' (arS|الوليد بن طلال بن عبد العزيز آل سعود|d=al-Walīd b. Ṭalāl b. ʿAbd al-ʿAzīz Āl Saʿūd, oft auch ''Alwaleed Bin Talal Alsaud'' geschrieben; 7. März 1957 in Riad) ist ein Saudi-Arabien Scheich und Investor. Er ist mit einem Vermögen von 23,7 Mrd. Dollar der Forbes-Liste zufolge der fünftreichste Mensch der Welt Forbes Magazine's List of the World's Richest People] und reichste Araber [http://www.realites.com.tn/index1.php?a=detail1&art=14900 Le Top 20 des milliardaires arabes] (2006). Prinz Walid führt die Kingdom Holding mit Sitz in Riad, die nach Umsatz das größte Unternehmen Saudi-Arabiens ist (2004, 18,3 Mrd $).
= Herkunft =
Walid ist der Enkel von Abd al-Aziz ibn Saud, dem Gründer der Dynastie der Saud, der von 1932 bis 1953 König von Saudi-Arabien war, und der Enkel von Riad Sulh, dem ersten Ministerpräsidenten des unabhängigen Libanon. Sein Vater, Talal ibn Abd al-Aziz, der 21. Sohn von Abd al-Aziz ibn Saud, ging 1962 als liberaler Reformer ins ägyptische Exil, wo Walid keine Apanagen als Prinz erhielt. Walid ist der älteste Sohn Talals. 1964 kehrte die Familie zurück nach Saudi-Arabien, blieb jedoch von Staatsämtern ausgeschlossen. Nach der Scheidung seiner Eltern wuchs Walid bei seiner Mutter Muna Sulh in Beirut auf. Als 1975 der Bürgerkrieg im Libanon ausbrach, schickte Talal Walid an die König-Abd-al-Aziz-Militärakademie nach Riad.
= Ausbildung =
Nach seinem Studienaufenthalt (seit 1976) am Menlo College (Betriebswirtschaft) in Kalifornien 1979 erhielt er (nach eigenen Angaben Scheich auf Schnäppchenjagd, Der Spiegel 42/1997 S.150) als Grundstock für sein Vermögen von seinem Vater 15.000 Dollar und eine Villa im Wert von 1,5 Millionen Dollar. Nachdem er das Geld in Bauunternehmungen angelegt hatte und der Vater ihm weitere Zuwendungen versagte, nahm Walid auf die Villa eine Hypothek auf, spekulierte erfolgreich mit Grundstücken, baute ein Bauunternehmen auf (''Kingdom Establishment'') und erwirtschaftete bis 1983 ein Vermögen von 450 Millionen Dollar. Sein Unternehmen profitierte vom Boom der Baubranche in den 80er Jahren, nachdem der Ölpreis 1980 einen Höchststand erreicht hatte. An der Syracuse University (New York) erlangte Walid 1985 den Master (Politikwissenschaften).
= Karriere =
Er kaufte die verschuldete ''United Saudi Commercial Bank'' und führte sie durch mehrere Fusionen zur einträglichsten Bank Saudi Arabiens und zum bedeutendsten Finanzinstitut des Nahen Ostens. Ab 1987 spekulierte Walid an der Wall Street. Nachdem der Aktienkurs der Citigroup 1991 auf ein Tief von 12 Dollar gesunken war, investierte er einen Großteil seines Vermögens, 800 Millionen Dollar, in 15% der Aktien des Unternehmens (größter Einzelaktionär), die bis heute eine Hälfte seines Vermögens beisteuern (zehn Milliarden Dollar, 4,3% der Citigroup). Die amerikanische New York Times bezeichnete Walid als „arabischen Warren Buffett“, worauf der amerikanische Milliardär Warren Buffett Walid schrieb, er sei als „Walid Amerikas“ bekannt. Prinz Walid machte, ähnlich wie Buffett, sein Vermögen nicht mit einem einzelnen Produkt (z.B. Stahl), sondern mit Beteiligungen. Er kaufte hauptsächlich Aktien von weltweit bekannten Konzernen mit starkem Markennamen auf (Buffett setzt auf hohen realen Wert und niedrige Preise), die sich in einer schwachen Performance befanden und Liquiditätsprobleme hatten.
Bei einem schweren Kursverfall an der saudischen Börse, bei dem diese 30% ihres Wertes verlor, kündigte der Prinz Neuinvestitionen in Höhe von 2,7 Mrd Dollar an, was für einen Stimmungsumschwung sorgte.
Bei KirchMedia verlor Walid mutmaßlich 350 Millionen Dollar Rainer Hermann: ''Der arabische Warren Buffet'', Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 26. März 2006, Nr 12, Seite 55. Er ist an Mövenpick zu 27% beteiligt.
Der Prinz hatte im Mai 2005 für Aufsehen gesorgt, als er sich an 15 amerikanischen Firmen mit insgesamt einer Milliarde Dollar beteiligte. Dazu gehörten Walt Disney, McDonald%27s, WorldCom, Procter & Gamble, priceline.com, amazon.com und eBay. Walid ist u.a. beteiligt am New Yorker Plaza Hotel (10%), der Hotelkette Four Seasons (22%), Rupert Murdochs News Corporation (6%), Disneyland Paris (17,3%), Apple (5%) und dem Pariser Hotel George V (100%).
= Spenden =
In einem Interview mit dem Der Spiegel 'We Too Are Victims of Terrorism'], Interview aus Der Spiegel 31.01.2005, Englische Übersetzung in New York Times 31. Januar 2005 sagte Walid 1999 "Gott hat mich mit großem Reichtum gesegnet, das bringt Verpflichtungen mit sich". Nach Berichten aus Riad soll der Prinz jährlich etwa 200 Millionen Dollar verteilen Rainer Hermann, ''Er hat kein Königreich, aber die Kingdom Holding'', In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Februar. 1999.
Nach den Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA lehnte der New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani eine Spende Walids in Höhe von zehn Millionen Dollar ab, da Walid die USA zuvor als zu Israel-freundlich kritisiert hatte.
Walid finanzierte 2005 die Ausbildung von Hanadi Hindi (*1978/9), der ersten Pilotin Saudi-Arabiens, die zwar Verkehrsflugzeuge fliegen, aber aufgrund der Gesetze in Saudi-Arabien kein Auto steuern darf Banned from driving a car, Saudi woman becomes pilot], The Times, 25. November 2004.
Mitte 2005 spendete Walid dem Louvre (Paris) 17 Millionen Euro für eine neue Abteilung für islamische Kunst Louvre.fr], Models of the Islamic Art Department New Wing.
Im Frühjahr 2006 spendete er den beiden amerikanischen Universitäten Harvard University (''Prince Alwaleed Bin Talal Islamic Studies Program'') und Georgetown University (Washington D.C., ''Prince Alwaleed Bin Talal Center for Muslim-Christian Understanding'') je 20 Millionen Euro. Das Wall Street Journal bemängelte daraufhin das Fehlen eines ''Center for Muslim-Christian Understanding'' in Saudi-Arabien [http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,411137,00.html Heikle Spenden eines Ölprinzen], SpiegelOnline 13. April 2006.
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